• Akademischer Segler-Verein zu Rostock e.V.,Uferpromenade 1, 18147 Rostock

Rund Falster

Dirk Schietke
Stephan Joschko
Niels Rickert
Matthias (Gast - Geologe aus Berlin)

Es sollte der erste längere Törn dieses Jahr werden. Ich hatte eine Woche Urlaub und das Ziel war noch nicht klar.
Und der neue Motor auch noch nicht. Die zwei Wochen vorher fuhr ich jeden Tag nach Feierabend in den Verein und bastelte am Motor herum. Die Wochenenden natürlich auch. Zum Urlaubsbeginn war "Rudolpho" immer noch nicht einsatzbereit.

Die letzten Probleme mit der Kraftstoffanlage waren dann am Mittwoch meiner Urlaubswoche geklärt. D.h. ich hatte noch 4 Tage vom Urlaub zum Segeln. Das müßte für einmal Rund Falster reichen.
Als Crew konnte ich Niels, Stephan und Matthias gewinnen. Matthias ist ein Geologe aus Berlin. Er war in Rostock, um eine Chance für ein Promotionstudium und den Segelsport in Rostock zu erkunden. Da er gerade nichts besseres zu tun hatte, kam er mit.
Der erste Zielhafen war Nysted.
Durch den Guldborgsund ging es mit einem Anlieger. Die Wartezeit bei der Brücke in Nykøbing hielt sich in Grenzen. Im nördlichen Sund erwischten uns noch ein paar ordentliche Schauerböen. Auf dem Weg nach Vordingborg kamen auch ab und zu noch ein paar Schauer herunter. Als wir in Vordingborg einliefen, mussten wir erst einmal ein paar Runden im Hafen drehen, da schon alles belegt war. Wir bekamen einen Platz als Dritte im Päckchen mit einem Deutschen und einem Holländer.
In der Stadt war gerade richtig etwas los, Volksfest, Lifemusik etc. Der Regen abends war aber nicht gerade so animierend. Niels und Stephan störte das aber nicht.
Am nächsten Morgen als alles noch schlief, machte Niels sich auf, um abzuwaschen. Da er nicht alles auf einmal über unsere Nachbaryachten rüberschleppen konnte, lief er insgesamt 3 Mal hin und her.
Nachdem wir aufgestanden waren, wusste ich erst gar nicht, was der Holländer neben uns wollte. Er fragte ziemlich böse, wieviel wir eigentlich an Bord seien. Nach einem Gespräch mit Niels verwunderte mich das nicht mehr, weil ich weiß, wie gut man Niels am Gang auf Deck erkennt.
Nach der Reparatur einer Fallwinsch konnte es dann durch den Grønsund weitergehen. Dort konnten wir sogar den Spinnaker setzen. Eigentlich wollten wir nach Gedser durch, um dann am Sonntag nicht so einen weiten Weg zu haben. Da wir aber kreuzen mussten und im Hellen nicht mehr in Gedser angekommen wären, liefen wir Hesnæs an. Dort kamen wir so gegen 16 Uhr an.
Als ich von der Toilette kam, stand Niels mit einem Mietfahrrad da und meinte, er fahre jetzt zu einem Freund, der heute Geburtstag hat. Ich fragte ihn, ob der hier in Dänemark Urlaub macht. Nein, er fährt jetzt nach Güstrow, meinte Niels, er hätte sich alles genau ausgerechnet, mit dem Fahrrad nach Gedser, dann mit der Fähre und dann mit dem Zug. Und genauso wieder zurück.
Ich hatte zu 5 Uhr das Aufstehen und zu 6 Uhr das Ablegen angesetzt. "Ich wecke euch dann um 5." war Niels Aussage. Da Niels ziemlich besessen von seiner Idee war und wir zu dritt auch in der Lage waren, das Schiff zurückzusegeln, ließ ich ihn ziehen. Ich sagte ihm nur, daß um 6 Uhr Ablegen sei, entweder mit oder ohne ihn. Niels radelte also los.
Stephan, Matthias und ich beendeten den Abend mit Faulenzen und am Strand rumliegen und einem guten Abendbrot.
Am nächsten Morgen um 5 Uhr piepste pünktlich meine Uhr. Ich schälte mich aus dem Schlafsack und suchte Niels. Der war nicht da. Nach dem Gang auf die Toilette weckte ich die anderen und gratulierte Stephan zum 18. Geburtstag. Niels war noch nicht da.
Nach dem Frühstück kamen wir 6.10 Uhr los. Ohne Niels. Der Wind war schwach und kam aus Südwest. Also segelten wir bei Halbwind und wenig Fahrt gen Osten zwischen den Stellnetzen hindurch. Ab und zu guckten wir durch´s Fernglas in Richtung Mole, ob dort jemand rumtanzt und winkt. Aber es war niemand zu sehen.
Ein Fischerboot kam heraus und fuhr zu den Stellnetzen.
Ein zweites kam heraus. Wir witzelten schon, daß Niels darauf sei. Plötzlich ging das Nebelhorn des Fischkutters los und wir sahen Niels auf dem Vordeck des Kutters stehen und winken. Es gab erst ein großes Gelächter und dann hieß es bei dem wenigen Wind beizuliegen. Der Kutter kam längsseits und Niels stieg über.

Er erzählte, daß er es uns gar nicht zugetraut hat, so früh aufzustehen und loszusegeln. Als er in Hesnæs ankam, konnte er von der Mole eine Yacht sehen. Er konnte aber nicht erkennen, ob wir das waren. Er drückte einem Fischer 100 Kronen in die Hand und sagte, er solle ihn rüberfahren. Da die Verständigung wohl nicht so ganz klappte, fragte der Fischer, ob er ihn ganz rüber fahren solle. Na, jedenfalls war Niels wieder da.
Ich tüdelte dann die Sektflasche an ein Bändsel und ließ sie mit schäumender Bugwelle hinter uns her fahren, damit sie gekühlt wurde und wir Stephan´s 18. auch ordentlich feiern konnten.
Nach ein paar Flauten erreichen wir am Abend Rostock. Ich fuhr Niels noch in den Hafen, wo er sein Auto beim Fähranleger zu stehen hatte.

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